Zen-Meister Mingjiao Qisong (1007–1072) war ein einflussreicher Mönch der Yunmen-Schule während der nördlichen Song-Dynastie in China. Er ist vor allem dafür bekannt, den Zen-Buddhismus intellektuell gegen Kritik verteidigt und ihn mit dem Konfuzianismus versöhnt zu haben.
Wichtige Beiträge und Wirken
Harmonie der Lehren: In einer Zeit, in der Gelehrte den Buddhismus als „fremd“ oder „unsozial“ kritisierten, argumentierte Mingjiao in seinem Werk Fu jiao bian, dass Buddhismus und Konfuzianismus dieselben moralischen Ziele verfolgen. Er betonte, dass buddhistische Ethik die soziale Ordnung stärke.
Festlegung der Traditionslinie: Er verfasste das Chuanfa zhengzong ji (Aufzeichnung der Übertragung des Gesetzes in der wahren Linie). Dieses Werk war entscheidend dafür, die historische Nachfolge der Zen-Patriarchen offiziell zu legitimieren und den Status des Zen am kaiserlichen Hof zu sichern.
Verbindung zur Elite: Mingjiao war kein Einsiedler, sondern ein hochgebildeter Intellektueller, der engen Kontakt zu führenden Staatsmännern und Gelehrten pflegte. Damit legte er einen Grundstein für die Entwicklung des späteren Neokonfuzianismus.
Seine Lehre
Mingjiao legte großen Wert auf Ethik und das Verständnis von „Gut und Böse“. Er unterschied zwischen:
Bösem mit Form: Offensichtliche Taten wie Töten oder körperliche Gewalt.
Formlosem Bösem: Subtile Negativität, schlechte Worte oder innere Gifte, die Menschen verletzen. Er lehrte, dass man sich durch geistige Disziplin und Anstand vor diesen „formlosen Giften“ schützen müsse.